03.01.2016

Bachelor statt Gesellenbrief

Werk aus einem ergotherapeutischen Kunstprojekt. Auch die Ergotherapie wird zunehmend akademisiert.

Auch die Ergotherapie wird zunehmend akademisiert. Bild: handlungs:plan, http://tiny.cc/1czo7x (CC BY-NC-SA 2.0).

In vielen Branchen werden klassische Ausbildungsberufe von Absolventen neuer Bachelorstudiengänge verdrängt. Eine Podiumsdiskussion der LHG Niederrhein befasste sich mit den Chancen und Risiken dieser neuen Akademisierungswelle. Von Micha Fertig

Auf dem Podium diskutierte der Gesundheitsökonom Benno Neukirch mit Jürgen Steinmetz von der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Angela Freimuth brachte als hochschulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion ihre politische Perspektive ein.

Die Diskutanten behandelten ein breites Feld an Themen, etwa eine festgelegte Quote für Studentenzahlen oder die Schaffung von monetärer Parität zwischen Handelskammern und Hochschulen. Auch unpopuläre Themen wie Studiengebühren wurden nicht ausgespart.

Neukrich: „Hochschulen liefern, was gewünscht wird“

Mit ruhiger Stimme betonte Neukirch, die Hochschulen lieferten mit hervorragender Bildung ausschließlich das Produkt, das gewünscht sei. Dagegen setzte der IHK-Geschäftsführer Steinmetz klare Statements: Die Ausbildungsbetriebe litten am Mangel qualifizierter Auszubildender, weil diese lieber direkt an die Hochschulen strebten.

Die Podiumsdiskussion war in Kooperation mit der Friedrich-Naumann organisiert worden. Für den Januar plant die LHG Niederrhein ein ähnliches Veranstaltungsformat mit dem Thema „Zuwanderung nach Deutschland. Perspektiven für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung“.