04.06.2016

Exellenz ist kein Schimpfwort

Die LMV findet in Köln statt (Bild: György Soponyai, http://t1p.de/qn9s, CC BY-NC 2.0)

Eine von zweien in NRW: Neben der Universität Köln wird die RWTH Aachen in der aktuellen Exzellenzinitative gefördert (Bild: György Soponyai, http://t1p.de/qn9s, CC BY-NC 2.0)

Die LHG Nordrhein-Westfalen begrüßt die Vorschläge der „Imboden-Kommission“ zur Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative. Ein entsprechender Antrag wurde von der Landesmitgliederversammlung im April einstimmig beschlossen. Von Simon Hartmann

Das hochkarätig zusammen gesetzte Expertengremium um den Physiker Dieter Imboden hatte schon im Frühjahr der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern eine Reihe von Vorschlägen gemacht. Das wichtigste Ergebnis war sicherlich, dass die Exzellenzinitiative im Großen und Ganzen ihr Ziel, Spitzenforschung auf internationalen Niveau zu fördern, erreicht habe. Daher plädiert die Imboden-Kommission für eine neue Auflage der Initiative, allerdings mit entscheidenden Änderungen. So sollen die Zukunftskonzepte, für deren Erstellung die Universitäten bisher viel Zeit und Energien benötigt hatten, entfallen. Stattdessen sollten künftig die zehn besten Universitäten so genannte „Exzellenzprämien“ bekommen, über die sie dann völlig frei verfügen dürfen.

Die LHG Nordrhein-Westfalen hebt besonders hervor, dass in Zukunft für die Auswahl der Universitäten wissenschaftliche nachvollziehbare Zahlen und Fakten dienen sollen. „Die aktuelle politische Klüngelei zwischen den Bundesländern lehnen wir entschieden ab“, heißt es in dem Beschluss der Mitgliederversammlung. In der Begründung kritisieren die liberalen Studierendenvertreter, dass zu viele Organisationen die Exzellenzinitiative pauschal ablehnten, weil sie „kapitalistisch, liberal(istisch), renditeorientiert, elitär, und im Übrigen gegen den Weltfrieden und für prekäre Beschäftigung“ sei. Diesen Klischees hält der Beschluss entgegen, dass leistungsorientierte Bezahlung positive Anreize schaffe, während eine Finanzierung nach dem Gießkannenprinzip nur begrenzten Mehrwert böte.

Neben der Exzellenzinitiative hat die Mitgliederversammlung weitere Beschlüsse, etwa zur digitalen Hochschule, Studienbeiträgen oder hochschulübergreifende Prüfungen, gefasst. Das vorläufige Protokoll ist hier veröffentlicht.