06.07.2016

Zwischen Start-Ups und Big Data

Mut zum Gründen: Dafür plädiert Marcel Hafke (Foto: privat)

Mut zum Gründen: Dafür plädiert Marcel Hafke (Foto: privat)

Jeweils gut 100 Studierende haben bei zwei Großveranstaltungen der LHG Köln mit hochkarätigen Referenten über Gründerkultur und Big Data diskutiert. Von Martin Brüssow

Der 23. Mai stand ganz im Zeichen von Start-Ups. Das Podium wurde von Nora Jakob, der Redaktionleiterin der „Wirtschaftswoche Gründer“, der Sozialunternehmerin Juliane Kronen und Marcel Hafke, gründungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion gebildet.

Unternehmen statt nur Konsumieren

Man war sich einig: Köln und Nordrhein-Westfalen haben zwar enormes Potenzial, das allerdings auf der Strecke bleibt. Während viele Industrienationen bereits erkannt hätten, dass innovative neue Ideen der beste Weg sei, Wohlstand und Arbeitsplätze auch in Zukunft zu erhalten, sei Nordrhein-Westfalen auf einem Absteigeplatz bei den Gründerzahlen.

In der Diskussion wurde auch die bedeutende Rolle der Bildungspolitik hervorgehoben. Ein Teilnehmer äußerte die Kritik, dass Kinder in Schulen zu Arbeitnehmern erzogen würden anstatt Ihren Unternehmergeist zu stärken. Außerdem würden ihnen nicht die nötigen Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben, um ihr Leben eigenverantwortlich und selbstbestimmt als mündige Bürger gestalten zu können. Der Wortbeitrag wurde mit allgemeinem Applaus beantwortet.

Chancen der Digitalisierung nutzen

Netzpolitiker Bernd Schlömer (Foto: wikimedia).

Netzpolitiker Bernd Schlömer (Foto: wikimedia).

Am 09.06. konnte die LHG Köln dann Bernd Schlömer als Referenten zum Thema „Big, bigger, Big Data – werden wir berechenbar?“ begrüßen. Der Spitzenkandidat der FDP Friedrichshain-Kreuzberg zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin war bis 2013 Bundesvorsitzender der Piraten und gilt als einer der führenden Netzexperten Deutschlands. Nach einem Impulsreferat konnten die Teilnehmer in Kleingruppen selbstständig Themen diskutieren und konkrete Fragen an Schlömer formulieren, die abschließen diskutiert wurden.

Dabei wurde deutlich, dass das Thema Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche betrifft, vielfältige Chancen und auch Risiken umfasst, unabwendbar ist und dennoch nach wie vor nahezu komplett von der Politik vernachlässigt wird.

Einhellig betonten mehrere Teilnehmer und auch Schlömer, wie wichtig es sei, den Herausforderungen der Digitalisierung jetzt zu begegnen und klare Rahmenbedingungen zu schaffen, die zum einen hohen Datenschutzstandards und zum anderen den enormen Entwicklungen der letzten Jahre gerecht werden. Gesetze aus den 80ern und 90ern seien nicht geeignet, um modernen Ansprüchen hinsichtlich Datenschutz, Digitalisierung und Bürgerrechten in der digitalen Gesellschaft adäquat zu begegnen.

Ermöglicht wurden die Veranstaltungen mit Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.